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HERZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine Gruppe speziell geschulter, ehrenamtlich arbeitender Frauen und Männer.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, schwerkranke und sterbende Menschen einfühlsam
und mit Respekt zu begleiten.

 
Die Hospizgruppe steht in der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde Hl. Kreuz
Illerrieden und arbeitet im Einsatzgebiet der Kath. Sozialstation „Iller-Weihung“ Illerrieden.

Trauercafe
09.02.2018
| 15:00 Uhr

Das Trauercafe ist wieder geöffnet am Freitag  09.02.2018 um 15:00 Uhr im Kommunikationsraum des Akzisenhofes, Dorndorfer Straße 1 in 89186 Illerrieden. Es  kann Wegbegleitung sein und bietet einen geschützten Raum in dem Sie einfach nur Dasein dürfen, miteinander ins Gespräch kommen, alle Empfindungen aussprechen dürfen und  neue Impulse für Ihren Trauerweg bekommen können.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Hospizgruppe Iller-Weihung

Die neuen ehrenamtlichen Hospizbegleiter der Hospizgruppe „Iller-Weihung“ haben sich ein Jahr lang auf ihre Aufgaben vorbereitet.  Foto:  Lisa Maria Sporrer

Oft waren es Angehörige, die tagelang beim Sterben dabei waren, die gepflegt- und die Hand eines Schwerkranken gehalten haben, damit der vertraute Mensch den letzten Weg nicht allein gehen muss. Manchmal aber sterben Menschen auch einsam, sie sind alleingelassen und nicht in der Lage, um Hilfe zu bitten. Josef Braig weiß das. Er hat schon häufiger Erfahrung mit Sterbenden gemacht.

Es waren gute Freunde, Braig wollte nicht, dass sie alleine sind. Einmal, erinnert er sich, sei er bei einem Freund im Krankenhaus gewesen, saß tagelang an seinem Bett, versuchte ihm beizustehen. Dann plötzlich, kurz vor dem Tod, habe er die Augen aufgerissen. „Es war, als wolle er sehen, dass jemand bei ihm ist; So, als sage er: ich will nicht alleine gehen“, sagt Josef Braig. Deshalb war es für den Mann aus Regglisweiler nur konsequent, sich nun, nach seiner  Pensionierung, zum Hospizbegleiter ausbilden zu lassen. „Es ist mir ein Leben lang gut gegangen. Ich hatte einen guten Beruf, eine liebe Frau und tolle, gesunde Kinder. Jetzt möchte ich etwas zurückgeben“, sagt er über seine Motivation.

Dienst der Nächstenliebe

Mit einem Beauftragungs-Gottesdienst sind in der Heilig-Kreuz-Kirche in Illerrieden zehn neue Hospizbegleiter der Hospiz-Gruppe Iller-Weihung unter den Segen Gottes gestellt worden. Darunter Josef Braig. „Was früher selbstverständlich war, ist heutztage nur noch selten: Das Sterben in der Familie“, sagte Pfarrer Gerhard Bundschuh.

Viele Angehörige seien mit der Situation überfordert, auch liebevoll pflegende Angehörige würden oft Hilfe und Unterstützung benötigen. Das wiederum sei völlig normal. Einmal durchschlafen, mal in Ruhe einkaufen gehen, kurz loslassen und trotzdem wissen, dass jemand bei dem Schwerkranken, dieser oder diese also nicht alleine ist. „Der Dienst des Hospizbegleiters ist auch ein Dienst der Nächstenliebe“, betonte Bundschuh.

Es war ein würdiger Gottesdienst und eine angenehme kleine Feier, die anschließend im Gemeindezentrum für die insgesamt zehn neuen Hospizbegleiter aus den Orten Dietenheim, Regglisweiler, Illerrieden, Hüttisheim und Staig stattfand.

So gab es Dankesworte, und die Vehharfenspielerinnen der Musikschule Iller-Weihung gaben der Feier einen passenden musikalischen Rahmen. Auch der neue Diakon in Illerrieden, Markus Hutter, hielt dort sein Zertifikat in der Hand. Als im vergangenen Jahr die Hospizarbeit in Illerrieden vorgestellt wurde, habe er sich sofort zu dem Kurs entschieden. „Das geht ja irgendwie auch mit meinem Beruf als Diakon einher“, sagte Hutter: „Nicht nur liturgische Dienste gehören zu meinen Aufgaben, sondern auch und besonders, nahe bei den Menschen zu sein“, findet der Geistliche.

Rückblick: Die Idee, eine  Hospizgruppe zu gründen, hatte vor fast 20 Jahren, Ende der 90er Jahre ein Diakon aus Regglisweiler. Der verließ zwar kurz danach die Stelle; die Idee aber blieb am Leben. Um das Projekt voranzutreiben, beschlossen Hauptamtliche der Pfarrverbandsebenen die Gründung einer rein ehrenamtlichen Hospizgruppe.

Im Sommer 1999 startete der erste Ausbildungskurs der neuen Hospizgruppe „Iller-Weihung“. Seit 2013 hat diese Gruppe eine hauptamtliche Einsatzleiterin: Bettina Müller. Träger ist die Katholische Kirchengemeinde Heilig-Kreuz in Illerrieden, angegliedert ist die Gruppe an die Katholische Sozialstation „Iller-Weihung“, die auch die Büroräume zur Verfügung stellt.

„Wir erfahren viel Hilfe und Unterstützung von vielen Seiten“, sagte Müller, auch in Anspielung auf die Theresia-Hecht-Stiftung des Klosters Brandenburg, wo nicht nur die Ausbildungskurse stattfanden; die Stiftung hat die Kurse für die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch finanziert. Es sei ein intensives Jahr gewesen für alle Beteiligten, sagt Müller, die nicht nur Krankenschwester und Palliativ-Care-Pflegekraft ist, sondern auch ausgebildet in Leistungskompetenz und als Koordinatorin. „Unser Ziel ist es, dem Tag mehr Leben zu geben.“

Denn noch immer sei der Tod ein gesellschaftliches Tabu-Thema, meint auch Renate Arnegger aus Hüttisheim. „Ich wurde schon früh mit dem Tod konfrontiert“, sagt die neue Hospizbegleiterin. Aber es sei wichtig, dabei nie den Humor zu verlieren. „Auch in der Trauer, in tiefster Not sollte man Freude am Leben haben, sehen, was ist und was man erhofft dabei nicht vergessen“, sagt Arnegger. Denn: „Es gibt immer viele schöne Momente – und an die soll man sich erinnern.“

Das allerdings sei nicht immer einfach, sagt Pfarrer Bundschuh. Nicht für die Sterbenden, nicht für die Angehörigen und auch nicht für die Hospizbegleiter. „Es sagt sich so leicht, dass der Tod zum Leben gehört“, betont der Seelsorger. „Aber er gehört zum Leben, und er muss auch gelebt werden.“

 
 

Letzte Hilfe Kurs

 

Einander beistehen am Ende des Lebens

Das Sterben eines nahestehenden Menschen macht uns als Mitmenschen oft hilflos. Früher selbstverständliches Wissen zur Sterbebegleitung ist schleichend verloren gegangen und damit auch das Zutrauen, als Mensch und als Gesellschaft Sterbenden beistehen zu können.

Sterbebegleitung ist auch in Familie und Nachbarschaft möglich und nötig: Denn die meisten Menschen möchten zuhause sterben, begleitet von vertrauten Menschen.

Im “Letzte Hilfe Kurs“ lernen Interessierte Bürgerinnen und Bürger, was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können.

Wir vermitteln Basiswissen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer und möchten ermutigen, sich den Menschen am Ende des Lebens und im Sterben zuzuwenden

Kursleitung: Bettina Müller,  Einsatzleitung Hospizgruppe Iller-Weihung

                    Angelika Erath-Vogt,  ehrenamtliche Hospizbegleiterin

Ort: Kloster Brandenburg Iller e.V. 14. April u. 20. Oktober 2018

Kosten: 10 €,  Anmeldung unter Tel. 07347-955-0 Kloster Brandenburg oder

                         Sozialstation Iller-Weihung Tel. 07306-96000

Zeitlicher Umfang: ca. 4 Std mit Pause, 9.00 – 13.00 Uhr

Modul 1:  Sterben gehört zum Leben

  • Wann beginnt Sterben
  • Was passiert beim Sterben
  • Woran erkenne ich, dass jemand stirbt

Modul 2:  Vorsorgen und entscheiden

  • Wie kann ich die Behandlung am Ende beeinflussen und im Voraus entscheiden?
  • Wer kann mich vertreten
  • Medizinische und ethische Entscheidungen

Modul 3:   Leiden lindern

  • Körperliche Beschwerden und Symptome und ihre Linderung
  • Psychische, soziale und spirituelle Nöte und wie ich damit umgehen kann
  • Essen und Trinken am Lebensende

Modul 4:     Abschied nehmen vom Leben

  • Abschied und Rituale
  • Wie gehen wir mit unserer eigenen Trauer um?